Grenzüberschreitende Intensivmedizin – Unser Versprechen für exzellente Versorgung

Zukunftsweisendes Klinikmodell: Mit der Eröffnung der neuen Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin sorgt das Evangelische Krankenhaus Oldenburg ab Juli 2022 für eine Optimierung der medizinischen und pflegerischen Versorgungsqualität. Durch die organisatorische und inhaltliche Bündelung unter der einheitlichen Führung beginnt im EV eine neue Ära der interdisziplinären Zusammenarbeit, die es in der gesamten Region in dieser Form noch nicht gab. Die Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin behandelt in enger Kooperation mit allen am Haus vorhandenen Kliniken schwerstkranke Patienten auf höchstem Qualitätsniveau.

Mehr Effizienz: Die Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin wird ihre Aufgaben in Rahmen der verschiedenen Bereiche der überregionalen Zentrumsfunktion des Evangelischen Krankenhauses wahrnehmen. Polytrauma-Patienten werden im Überregionalen Traumazentrum (ÜTZ) und im Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) behandelt. Im Rahmen des Neurozentrums werden neurologische und neurochirurgische Patienten versorgt, welche im weiteren Verlauf eine nahtlose Anbindung an die im Hause ansässige Neurologische Frührehabilitation haben. Zusätzlich bietet die Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin im Rahmen des ARDS-Netzwerkes bei akutem Lungenversagen Therapieoptionen mit der extrakorporalen Membranoxygenation (ECMO) an.

Medizinische Exzellenz: Die Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin ist fachlich und organisatorisch verantwortlich für zwei Intensivstationen mit insgesamt 40 Beatmungsbetten sowie einer Intermediate Care-Station mit 10 Betten. Hierbei werden intensivmedizinischen Verfahren wie differenzierte invasive Beatmung, invasives hämodynamisches Monitoring, EEG, invasive Hirndruckmessung und Dialyseverfahren (CRRT/IHD) sowie hochspezifische Verfahren wie Extrakorporale Membranoxygenation (ECMO), Flowkontrollierte Ventilation (FCV) und erweitertes Neuromonitoring (ECoG, SD, PtO2) standardmäßig durchgeführt.

Dr. med. Martin N. Bergold
Chefarzt Interdisziplinäre Intensivmedizin

Kontakt

Klinik für Interdisziplinäre Intensivmedizin
Evangelisches Krankenhaus Oldenburg
Steinweg 13-17
26122 Oldenburg

Klinikmanagement
Angelika Werner
Assistentin im Klinikmanagement

Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin
Sprechzeiten nach Vereinbarung

Stationen

Station 24 / Intermediate Care Station
Telefon: 0441/ 236-3240

Station 28 / Intensivstation
Telefon: 0441/ 236-3280

Station 29A
Telefon: 0441/ 236-3290

Station 29B
Telefon: 0441/ 236-3293

Lageplan

Das Evangelische Krankenhaus befindet sich in zentraler Lage unweit der Oldenburger Innenstadt. Unser Haus lässt sich sowohl zu Fuß, mit dem Rad als auch mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen. Wer mit dem Auto anreist, findet ausreichend Parkmöglichkeiten im Parkhaus August Carrée.

Forschung

Interessante Forschungsmöglichkeiten: Mit dem Start der neuen Klinik im Juli 2022 wird es im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg einen komplexen Optimierungsprozess geben, der Schritt für Schritt die Versorgung im Nordwesten deutlich verbessern und dessen Erfahrungen allen beteiligten Berufsgruppen nutzen wird. Neben Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin wird es deshalb zusätzlich auch ein interdisziplinäres und interprofessionelles Fortbildungsprogramm geben. Da in der Klinik auf universitärem Niveau gearbeitet werden wird, sind auch wissenschaftliche Projekte geplant.

Weiterbildung

Der ärztliche Leiter verfügt zusammen mit dem Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Notfallmedizin und Schmerztherapie über die volle Weiterbildung im Gebiet der Intensivmedizin (24 Monate).

Zuweiser

Die Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin behandelt schwerpunktmäßig internistische Krankheitsbilder, polytraumatisierte Patienten als zertifiziertes Überregionales Traumazentrum (ÜTZ) mit zusätzlicher Zulassung des Schwerstverletzungsartenverfahrens (SAV), neurologische und neurochirurgische Patienten als Neurozentrum sowie Patienten im Rahmen des ARDS-Netzwerkes.

Voraussetzung zur Übernahme von intensivpflichtigen Patienten ist ein standardisiertes Anmeldeverfahren. Bitte wählen die die Übernahmekategorie im Folgenden und beachten Sie die Anweisungen auf dem entsprechenden Formular.

Anmeldeformular UCH / Intensiv / SAV / ÜTZ

Anmeldeformular Übernahme ARDS-Netzwerk

Anmeldeformular Übernahme intensivpflichtiger Patient

Unser 3D-Rundgang durch die Klinik für Interdisziplinäre Intensivmedizin

Möchten Sie einen Blick hinter die Kulissen der Intensivpflege werfen? Ihr virtueller Rundgang durch unsere Klinik für Interdisziplinäre Intensivmedizin gibt Ihnen die Gelegenheit dazu.

Veranstaltungen

Immer wieder bietet unser Haus Veranstaltungen mit medizinischem Hintergrund an. Die aktuellen Veranstaltungen finden Sie hier.

Unsere Leistungen & Kompetenzen

Hier finden Sie unser Angebotsspektrum auf einen Blick.

Breites Behandlungsspektrum: Auf den zwei Intensivstationen (Station 28 und 29) mit insgesamt 40 Beatmungsbetten sowie der Intermediate Care-Station (Station 24) mit 10 Betten werden folgende Patienten auf medizinisch höchstem Niveau behandelt:

  • Kreislaufinstabile Patienten
  • Respiratorisch instabile Patienten
  • Patienten mit Organersatzverfahren
  • Polytraumatisierte Patienten
  • Unfallchirurgische Intensivpatienten
  • Neurologische Intensivpatienten
  • Neurochirurgische Intensivpatienten
  • Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS)
  • Postoperative Überwachungspatienten

Es werden alle gängigen intensivmedizinischen Verfahren sowie hochspezifische Verfahren wie Extrakorporale Membranoxygenation (ECMO), Flowkontrollierte Ventilation (FCV) und erweitertes Neuromonitoring (ECoG, SD, PtO2) standardmäßig durchgeführt.

Hand in Hand: In enger Kooperation mit der Klinik für Neurologische Intensivmedizin und Frührehabilitation werden auf der Intensivstation 29 neurologische Patienten in einem Behandlungskontinuum von der schweren Akuterkrankung über die Beatmungsentwöhnung bis hin zur neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation auf höchstem Qualitätsniveau versorgt. Ein interdisziplinäres Team aus Intensiv-Pflegenden, Fachärzten verschiedener Disziplinen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Atmungstherapeuten, Logopäden, Neuro-Rehabilitationspädagogen und Neuropsychologen ermöglicht den Patienten zum frühestmöglichen Zeitpunkt hier eine umfassende Förderung.

Ethik und Intensivmedizin: Ethikberatung als ein integraler Bestandteil der Patientenversorgung dient dazu, Entscheidungsprozesse hinsichtlich ihrer ethischen Anteile transparent zu gestalten und an moralisch akzeptablen Kriterien auszurichten, d. h. „gute Entscheidungen“ in „guten Entscheidungsprozessen“ zum Wohle des Patienten / der Patientin zu treffen. Dabei zielt Ethikberatung auf die Stärkung der ethischen Kompetenz des Einzelnen. In wöchentlichen Ethikvisiten auf den Intensivstationen und im Einzelfall bei Bedarf beraten qualifizierte Ethikberater und -beraterinnen die Behandlungsteams und helfen, gemeinsam Lösungen zu finden, die von allen Beteiligten mitgetragen und verantwortet werden können. Auf diese Weise trägt die Ethikberatung auch zur Qualitätssicherung in der Behandlung von Patientinnen und Patienten bei.

Hirntod und Organspende: Schwerste neurochirurgische oder neurologische Erkrankungen könnten trotz aller intensiv-medizinischen Behandlungsmaßnahmen in manchen Fällen mit dem unwiederbringlichen Ausfall aller Hirnfunktionen einhergehen, ein Überleben unmöglich machen und zum Tod des Patienten führen. In solchen Fällen ist oftmals eine Spende von Organen zur Transplantation an andere Patienten unter bestimmten Bedingungen möglich. Maßgeblich ist der bekannte oder mutmaßliche Wille des Patienten hinsichtlich einer möglichen Organspende.

Um diesen zu ermitteln, führen unsere Mitarbeiter zum angemessenen Zeitpunkt die notwendigen Gespräche mit den nächsten Angehörigen. Im Falle einer Zustimmung zur Organspende führen dann mindestens zwei, in der Regel drei hierzu speziell qualifizierte Ärzte die vorgeschriebenen Untersuchungen zur Feststellung des endgültigen und vollständigen Hirnfunktionsaufsfalls nach den Richtlinien der Bundesärztekammer durch. Nach Feststellung des Todes und der Meldung des Spenders an die Koordinierungsstelle unterstützt ein Koordinator der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) die Organisation und Durchführung der Entnahmeoperation.

Die Transplantationsbeauftragten des Krankenhauses sind für alle Schritte dieses Prozesses von der Erkennung eines möglichen Organspenders über die Angehörigengespräche, die Feststellung des Hirntodes, die Meldung an die DSO bis zum Abschluss der Entnahmeoperation verantwortlich und unterstützen hierbei das Team der Intensivstation.

Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg kann mit den Universitätskliniken für Neurochirurgie und Neurologie sowie der Abteilung für Neuroradiologie die Versorgung des gesamten Spektrums der neurochirurgischen und neurologischen Erkrankungen anbieten (Schädel-Hirntrauma, Hirnblutungen jeder Art, Schlaganfälle, Abszesse, Hirnhautentzündungen, epileptische Anfälle, Tumoren und Hydrocephalus). Die neurochirurgische Intensivmedizin ist als wichtiges Kernelement in das zertifizierte überregionale Traumazentrum und die zertifizierte überregionale Stroke Unit eingebunden.

Intensivmedizinische Qualität auf höchstem Niveau
Patienten nach neurochirurgischen Operationen werden in einem interdisziplinären und interprofessionellen Team unter der neurochirurgischen Therapiekoordination behandelt. Postoperativ verbringen die meisten Patienten die Nacht auf unserer Intermediate Care Station (IMC) und können im Regelfall bereits am nächsten Tag auf die Normalstation verlegt werden.

Patienten mit schweren neurochirurgischen Erkrankungen oder nach komplexen Operationen werden auf der Intensivstation behandelt. Dort sind die notwendige hämodynamische und respiratorischen Unterstützung, eine bedarfsgerechte Schmerztherapie sowie die persönliche Zuwendung dauerhaft durch das dort tätige interprofessionelle Fachpersonal gewährleistet. Bei sehr schweren Erkrankungen, die ggf. auch eine längere Beatmung und künstliches Koma (verlängerte Narkose) erfordern, werden spezielle neurointensivmedizinische Monitoring-Methoden routinemäßig eingesetzt. Die Überwachung des intrakraniellen Drucks erfolgt mittels externer Ventrikeldrainage (eVD) oder Hirndrucksonden. Das Monitoring der Sauerstoffversorgung des Gehirns (Sauerstoffpartialdruck) wird mit speziellen Mikrosonden gewährleistet. Die Gehirndurchblutung wird über die transkranielle Duplexsonographie und spezielle Perfusions-CCTs gemessen. Bei Bedarf setzten wir auch die Überwachung mit einem Langzeit-EEG oder der Elektrocorticographie (ECoG) ein. Letztere steht bisher nur wenigen Zentren in Deutschland zur Verfügung. Ziel der Therapie ist, den intrakraniellen Druck im Normbereich zu halten, die Gehirndurchblutung zu sichern, um so sekundäre Folgeschäden zu verhindern.

Die Dauer der Intensivtherapie ist sehr variabel und erstreckt sich bis zu dem Zeitpunkt, an dem keine vitale Gefährdung der Patienten mehr besteht. Eine frühestmögliche Verlegung in eine neurologische Rehabilitationseinrichtung wird dabei angestrebt.

Organspende und Hirntod
Schwerste neurochirurgische oder neurologische Erkrankungen könnten trotz aller intensiv-medizinischen Behandlungsoptionen ein Überleben unmöglich machen und mit einem Hirntod einhergehen. Unter Berücksichtigung der geltenden Richtlinien der Bundesärztekammer und dem DSO Leitfaden für Organspende führen unsere Mitarbeiter zum angemessenen Zeitpunkt die notwendigen Gespräche, um den mutmaßlichen Patientenwillen in Erfahrung zu bringen. Falls eine Organspende im Sinne der Patienten ist, erfolgt die weitere Betreuung und Koordination über unseren Transplantationsbeauftragten und die bundesweite Koordinierungsstelle der DSO.

In der Neurologischen Intensivmedizin am Evangelischen Krankenhaus fließen die Kompetenzen der Universitätsklinik für Neurologie, Neurochirurgie, der Klinik für Neurologische Intensivmedizin und Frührehabilitation, der Abteilung für Radiologie mit den weiteren Fachdisziplinien zusammen. Schwerpunkte der Versorung bilden die Behandlung Neurovaskulärer Erkrankungen (z.B. Schlaganfall), inflammatorischer Erkrankungen des Nervensystems (infektiologisch und autoimmun), neuromuskulärer Erkrankungen (wie z.B. Amyotropher Lateralskerose) sowie von Epilepsien. 

Umfassende neurologische Intensivtherapie: In enger Kooperation mit den verschiedenen Fachabteilungen des EV bieten wir bezüglich aller Phasen der neurologischen Intensivtherapie ein Optimum an diagnostischen und therapeutischen Verfahren (z.B. angiographische Verfahren, chirurgische Verfahren, Plasmapherese etc.). In die kontinuierliche neurologische Therapie der Patient:innen, welche häufig mehrtägige, zum Teil mehrwöchige Aufenthalte auf einer intensivtherapeutischen Station benötigen, fließen die Expertise aus dem pflegerischen, ärztlichen und therapeutischen Team ein. Die Neurologische Intensivmedizin verfügt darüber hinaus über ein breites Repertoire modernster Leitlinien-konformer Verfahren und Geräte zur Diagnostik: Hier zählen neben der Hirndruckmessung und des Managements der Liquorvolumens die Durchführung und Beurteilung von kontinuierlichem EEG sowie von konventionellem EEG zu den angebotenen Verfahren.  

In der Neurologischen Intensivmedizin als Teil des Neurovaskulären Zentrums werden regelhaft neurologische Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen der Kopf- und Hirnversorgenden Gefäße durchgeführt. Aufgrund der hohen Zahl teilweise vorübergehender Schluckstörungen liegt ein Fokus auf der Beurteilung des Schluckvermögens unserer Patient:innen, wozu die fieberendoskopische Beurteilung des Schluckaktes dient (FEES). Dieses frühzeitige Überwachung des Schluckvorgangs kann die Komplikationsrate etwa in Hinblick auf die Entstehung von Lungenentzündungen deutlich senken. 

Alle Beteiligten kümmern sich mit viel Empathie, Sachverstand und einem breiten therapeutischen Angebot um die Genesung und Zufriedenheit der Patient*innen und der Zugehörigen, um in dieser belastenden Erkrankungsphase eine gute Begleitung und Unterstützung bieten zu können.

In regelmäßigen interdisziplinären Konferenzen wird die bedarfsgerechte individuelle Therapie geplant, um so das Optimum in der Behandlung zu erreichen – etwa im Hinblick auf die Wiedererlangung des Bewusstseins, die Entwöhnung vom Beatmungsgerät sowie Schmerzfreiheit. Damit lässt sich Stück für Stück, Tag für Tag ein weiterer individueller rehabilitativer Fortschritt erzielen. 

Bei Bedarf können wir so vielen unserer Patinet:innen im direkten Anschluss an die Intensivmedizinische Therapie eine Übernahme in die Frührehabilitation Phase B anbieten. Gerne steht auch unser Sozialdienst allen Zugehörigen zur Seite, um zu beraten, wie es nach dem Krankenhausaufenthalt weitergehen und wie und wo Hilfe angefordert werden kann.

Durch die Internistische Intensivmedizin des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg werden schwere Erkrankungen aus dem breiten Spektrum der Inneren Medizin (Sepsis, Schock, Herzinsuffizienz, hämodynamisch relevante Arrhythmien, Lungenembolie, Stoffwechselentgleisungen, Nierenversagen, Intoxikationen) behandelt. Als Mitglied des ARDS-Netzwerks hat das interprofessionelle Behandlungsteam profunde Erfahrung bei der Behandlung des Lungenversagens inklusive vvECMO, differenzierter Beatmungs- und Sedierungsformen sowie Komplikationsmanagement. Zusammen mit der nephrologischen Praxis Dres. Steinker und Au werden kontinuierliche und intermittierende Nierenersatzverfahren angeboten.

Individualisierte Internistische Intensivmedizin mit dem Patienten im Fokus
Patientinnen und Patienten mit kritischen Erkrankungen aus dem breiten Spektrum der Inneren Medizin werden nach Zuweisung durch den Rettungsdienst oder als hausinterner Notfall durch ein erfahrenes und interprofessionelles Team versorgt. In der Regel erfolgt nach Sichtung, Stabilisierung und erster Diagnostik in der Zentralen Notaufnahme die Aufnahme auf die Intensivstation. Je nach intensivmedizinischem Behandlungs- und Überwachungsbedarf werden die Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation oder der Intermediate Care Station (IMC) behandelt.

Patientinnen und Patienten mit schweren internistischen Erkrankungen werden auf der Intensivstation behandelt. Dort sind die notwendige hämodynamische und respiratorische Unterstützung, eine bedarfsgerechte Schmerztherapie sowie die persönliche Zuwendung rund um die Uhr durch das interprofessionelle Fachpersonal gewährleistet. Bei Eintreten eines Lungenversagens kann die Selbstheilung der Lunge durch differenzierte Beatmungs- und Sedierungstechniken bis hin zum Lungenersatzverfahren (vvECMO) unterstützt werden. Ein Nierenversagen wird durch kontinuierliche und intermittierende Nierenersatzverfahren behandelt. Für die bildgebende Beurteilung der kritisch kranken Patientinnen und Patienten stehen moderne Ultraschall- und Echokardiographiegeräte inklusive TEE (Schluckecho) zur Verfügung.

Im Fokus der Behandlung steht eine patientenzentrierte interprofessionelle Herangehensweise unter Würdigung des mutmaßlichen Patientenwillens, im Austausch mit den Angehörigen und in der Abwägung des medizinisch Machbaren gegenüber dem medizinisch Sinnvollen.

Die Dauer der Intensivtherapie ist sehr variabel und erstreckt sich bis zu dem Zeitpunkt, an dem keine vitale Gefährdung mehr besteht. Im Anschluss an den intensivmedizinischen Aufenthalt ist neben der Verlegung auf die internistische Normalstation eine Direktverlegung in eine Anschlussheilbehandlung möglich.

Als Mitglied des ARDS-Netzwerks hat das interprofessionelle Behandlungsteam profunde Erfahrung bei der Behandlung des akuten Lungenversagens inklusive vvECMO, differenzierter Beatmungs- und Sedierungsformen sowie Komplikationsmanagement. Tritt ein Lungenversagen in einem auswärtigen Krankenhaus auf, fährt ein Behandlungsteam zum kritisch kranken Patienten, implantiert die vvECMO vor Ort und transferiert ihn in das Evangelische Krankenhaus Oldenburg.

Mit dem Lungenersatzverfahren vvECMO kann bei Patientinnen und Patienten mit akutem Lungenversagen die gestörte Funktion der Sauerstoffversorgung und Kohlendioxidabatmung unterstützt werden. Dafür werden zwei großlumige Kanülen in Hals- und Leistenvene implantiert, das sauerstoffarme Blut über einen Membranoxygenator geleitet und mit Sauerstoff angereichert dem Körper wieder zugeführt.

Je nach Ausprägung des Lungenversagens kann die Lungenfunktion mit der vvECMO über Wochen überbrückt werden. Dabei bedarf es der engmaschigen und versierten Überwachung und Pflege von Mensch und Maschine sowie Know-How bei Komplikationsvermeidung und -management.

Mit Abklingen des Lungenversagens muss die Patientin/ der Patient interprofessionell und akribisch von der vvECMO sowie der künstlichen Beatmung entwöhnt werden.

Wir verwenden neben den konventionellen Beatmungsformen auch die Flow-kontrollierte Ventilation (FCV), welches Beatmung neu definiert. Es ermöglicht die Beatmung von Patienten durch sehr kleine Lumen, mit höherer Beatmungseffizienz und geringerer Energiedissipation in der Lunge.

Innovative BeatmungstechnologieDie FCV generiert einen kontinuierlichen, kontrollierten Fluss in die Patientenlungen während der Inspiration sowie einen kontinuierlichen Fluss aus den Lungen während der Exspiration. Der exspiratorische Fluss wird durch aktives Saugen reguliert. Dieses kontrollierte Saugen (aktive Exspiration) ermöglicht eine hocheffiziente Beatmung auch durch kleine Lumen (von 2-3 mm Durchmesser) im verlegten und gesicherten Atemweg. Die FCV beinhaltet keine nennenswerten Beatmungspausen und ist so programmiert, dass ein lineares Ansteigen und Abfallen des intratrachealen Druckes zum Erreichen der gewünschten Spitzen- und positiven endexspiratorischen Drücke (PEEP) gewährleistet ist. Dies resultiert in höherer Beatmungseffizienz und geringerer Energiedissipation in den Lungen. Die FCV wird bei uns regelhaft zur Therapie bei Lungenkontusionen und/oder ARDS eingesetzt.

Mit unserem ständig wachsenden Team von über 130 Mitarbeitern betreuen wir unsere Patienten auf den modern ausgestatteten Intensivstationen und der IMC.

Wir pflegen Patienten mit akuten Erkrankungen und Verletzungen in allen Ausprägungsformen bis hin zur frühen Rehabilitation noch in der Intensivphase.

Damit sich unser Pflegeteam voll auf die Patientenbetreuung konzentrieren kann, ist uns die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen sehr wichtig. Zusätzlich wird die Pflege durch ein Stationssekretariat, einen qualifizierten innerklinischen Intensivtransportdienst, medizinische Fachangestellte und Pflegehilfskräfte unterstützt. Kollegiale Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist uns wichtig! In multiprofessionellen Visiten, Patienten- und Ethikkonferenzen unter Beteiligung ausgebildeter Ethikberater stellen wir den Patienten und seine Angehörigen in den Mittelpunkt.

Neue Mitarbeiter werden über ein strukturiertes Einarbeitungskonzept durch ausgebildete Praxisanleiter begleitet. Ein kontinuierliches, bedarfsgerechtes Fortbildungskonzept, Skills-Training auf der Station, der Zugriff auf aktuelle Literatur und die Möglichkeit der Teilnahme an der Fachweiterbildung Intensiv-& Anästhesiepflege bieten viele Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung.

Das Evangelisches Krankenhaus Oldenburg ist seit 2016 als Überregionales Traumazentrum (ÜTZ) im Traumanetzwerk Oldenburg-Ostfriesland zertifiziert. Darüber hinaus nimmt das Evangelische Krankenhaus Oldenburg seit 2020 am Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) teil. Schwer- und schwerstverletzte Patienten aus dem gesamten nordwestdeutschen Raum werden im Haus versorgt. Die Klinik für
Interdisziplinäre Intensivmedizin trägt hierbei maßgeblich zur Versorgung der o.g. Schwer- und Schwerstverletzten bei.

Trauma-Versorgungsscherpunkt im Nordwesten: In einem Überregionalen Traumazentrum können Verletzungen aller Schweregrade und aller Körperteile behandelt werden. Es bietet als medizinisches Kompetenzzentrum rund um die Uhr für schwer- und schwerstverletzte Menschen die bestmögliche Versorgung und ist auf eine große Zahl von Verletzten vorbereitet.

Im Rahmen der intensivmedizinischen Versorgung werden in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie, der Universitätsklinik für Neurochirurgie und der Klinik für Plastische, Ästhetische, Rekonstruktive und Handchirurgie modernste intensivmedizinische Prozeduren und Therapien angewandt. So werden neben allen bekannten intensivmedizinischen Verfahren (differenzierte Beatmung, Kreislaufunterstützung, Dialyse) auch seltenere Verfahren (Flow-kontrollierte Beatmung, Cytosorb-Verfahren, kontinuierliche laterale Rotationstherapie, extrakorporale Membranoxygenation) routinemäßig durchgeführt.

Im weiteren Verlauf können die schwer- und schwerstverletzen Patienten im Rahmen der Beatmungsentwöhnung und Frührehabilitation in die Klinik für Neurologische Frührehabilitation im Haus übernommen werden, sodass der gesamte Genesungsprozess „aus einer Hand“ stattfinden kann.

Eine didaktisch fundierte Aus-, Weiter- und Fortbildung ist nicht nur ein Grundstein der interprofessionellen Effizienz in der Medizin, sondern trägt maßgeblich auch zur Mitarbeiterzufriedenheit bei. An unserer Klinik legen wir daher sehr großen Wert auf eine moderne, zielgruppenorientierte Lernatmosphäre.

Kompetenzbasierte Ausbildung: Neben der Vermittlung von theoretisch-fachlichen Inhalten sowie standardisierten Einarbeitungskonzepten legt die Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin einen sehr großen Wert auf die an den jeweiligen Arbeitsplatz angepasste kompetenzbasierte Ausbildung unserer interprofessionellen Mitarbeiter. So werden zum Beispiel praktische Fertigkeiten über Bausteine wie „entrustable professional activities“ (EPA) und „direct observation of procedural skills“ (DOPS) vermittelt. Begleitet wird dies durch standardmäßige Formate wie einem interprofessionellen Fortbildungsprogramm sowie durch „skills-training“-Workshops.

Menschen im Mittelpunkt

„Mit der neuen interdisziplinären Klinik für Intensivmedizin schaffen wir ein transparentes und sehr effizientes Modell, mit dem wir medizinische Exzellenz auf universitärem Niveau bieten werden. Die Steigerung der Spezialisierung der einzelnen intensivmedizinischen Bereiche ist eine Win-win-Situation für alle – die zuweisenden Kliniken, die Patient*innen und die Beschäftigten im EV.“

– Chefarzt Dr. Martin Bergold

Unsere Experten und Team

Dr. med. Martin N. Bergold
Dr. med. Martin N. BergoldChefarzt Interdisziplinäre Intensivmedizin, Facharzt für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin, Healthcare Risk Manager (HRM )/ Patient Safety Manager (PSM)
Thorsten Lankau
Thorsten LankauLeitender Oberarzt Intensivmedizin, Facharzt Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
Dr. med. Stephanie Friepörtner
Dr. med. Stephanie FriepörtnerOberärztin, Fachärztin für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
Philipp Hammels, DESA
Philipp Hammels, DESAOberarzt, Facharzt für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, Notfallmedizin und Palliativmedizin
Stephan Karig, DESA, EDIC
Stephan Karig, DESA, EDICOberarzt, Facharzt für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnung Intensivmedizin und Notfallmedizin
Tammo Krafft
Tammo KrafftOberarzt, Facharzt für Neurologie
Milana Lazic
Milana LazicOberärztin, Fachärztin für Innere Medizin
Dr. med. Jana Hedden
Dr. med. Jana HeddenFachärztin für Anästhesiologie
Christian Wenzel
Christian WenzelFacharzt für Anästhesiologie
Lars Hanken
Lars HankenPflegedienstleitung Intensiv/ZNA
Jasmin Stubbe
Jasmin StubbeTeamleitung Station 24 und 29b
Vera Schuster
Vera SchusterTeamleitung Station 28
Sarah Ehrentraut
Sarah EhrentrautTeamleitung Station 29a
Mathijs van Dijk
Mathijs van DijkStellv. Teamleitung Station 28
Christian Lindenhain
Christian LindenhainStellv. Teamleitung Station 29a
Angelika Werner
Angelika WernerAssistentin im Klinikmanagement

Lageplan und Anfahrt

Das Evangelische Krankenhaus befindet sich in zentraler Lage unweit der Oldenburger Innenstadt. Unser Haus lässt sich sowohl zu Fuß, mit dem Rad als auch mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen. Wer mit dem Auto anreist, findet ausreichend Parkmöglichkeiten im Parkhaus August Carrée.